
JUGENDFAHRT 2026 NACH
DUNSTABLE-PARTNERSTADT VON PORZ
Brücken über den Ärmelkanal: Familienwelt e.V. belebt 80 Jahre deutsch-britische Freundschaft neu
Während in Europa häufig über Krisen, Grenzen und Konflikte diskutiert wird, haben sich 19 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Köln-Porz auf den Weg gemacht, um ein Stück gelebtes Europa zu erleben. Im Rahmen der Landesinitiative „Europa-Scheck“ des Landes Nordrhein-Westfalen besuchte Familienwelt e.V. die englische Partnerstadt Dunstable und knüpfte dabei an eine jahrzehntelange Tradition an.
Wie in den vergangenen Jahren unterstützt das Land Nordrhein-Westfalen durch den Europa-Scheck besondere Projekte, die Europa kreativ in den Mittelpunkt stellen. Gefördert werden Schulen, außerschulische Bildungseinrichtungen, Vereine, die kommunale Familie und weitere zivilgesellschaftliche Organisationen. Familienwelt e.V. aus Köln-Porz nutzte diese Möglichkeit, um gemeinsam mit einer Jugendgruppe die langjährige Partnerstadt Dunstable kennenzulernen.
Die Städtepartnerschaft zwischen Porz und Dunstable besteht bereits seit 1954. Ihre Wurzeln reichen jedoch noch weiter zurück. Die eigentliche Geburtsstunde der deutsch-britischen Städtefreundschaften in Nordrhein-Westfalen liegt im Jahr 1946. Im Rahmen der sogenannten „Operation Marriage“ entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg erste Verbindungen zwischen Kommunen der britischen Besatzungszone und dem neu gegründeten Land Nordrhein-Westfalen. In diesem Jahr feiern diese besonderen Beziehungen ihr 80-jähriges Jubiläum – und damit eine Geschichte, die älter ist als die Bundesrepublik Deutschland und deutlich älter als die Europäische Union.
In Eigeninitiative nahm Familienwelt e.V. Kontakt zu den Verantwortlichen in Dunstable auf. Die Resonanz ließ nicht lange auf sich warten. Die Gruppe wurde herzlich eingeladen und vor Ort mit außergewöhnlicher Gastfreundschaft empfangen. Beim offiziellen Treffen im Rathaus wurden die Gäste aus Porz nicht nur mit Getränken, sondern auch mit typisch englischen Biscuits verwöhnt, was bei Jung und Alt gleichermaßen gut ankam und der Begegnung einen besonders herzlichen und persönlichen Rahmen verlieh.
Empfangen wurde die Delegation unter anderem von Richard Attwell (Deputy Mayor), Paul Hodson (Town Clerk und Chief Executive), Peter Hollick (Chair) sowie John Stevens (Chair). In angenehmer Atmosphäre kam es zu einem lebhaften Austausch über die Geschichte der Städtepartnerschaft, aktuelle Entwicklungen und die Möglichkeiten zukünftiger Begegnungen.
Neben einer Führung durch das historische Rathaus lernten die Besucher auch die Parkanlagen Dunstables sowie die Priory Church kennen, die zu den ältesten Kirchen Englands zählt. Ein besonderer Höhepunkt war schließlich die Ehre, sich in das Goldene Buch der Stadt Dunstable eintragen zu dürfen – ein bewegender Moment und Ausdruck der gegenseitigen Wertschätzung.
Auch die Jugendlichen hinterließen bleibenden Eindruck. Immer wieder wurden sie von Einwohnern und Verantwortlichen für ihre Höflichkeit, ihre Hilfsbereitschaft und ihr aufrichtiges Interesse gelobt. Für viele der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer war es die erste Reise außerhalb Deutschlands seit ihrer Ankunft in ihrer neuen Heimat. Umso größer waren Neugier, Begeisterung und die Freude über die herzliche Gastfreundschaft.
Neben dem Aufenthalt in Dunstable stand auch ein Besuch der britischen Hauptstadt London auf dem Programm. Dort begegneten die Jugendlichen Menschen aus den unterschiedlichsten Teilen Europas und erlebten unmittelbar, was europäische Vielfalt und friedliches Miteinander bedeuten können. So wurde aus einem Ausflug weit mehr als eine Reise – nämlich ein lebendiges Beispiel dafür, dass Europa vor allem von Begegnungen zwischen Menschen lebt.
Und die Geschichte geht weiter: Bereits in den kommenden Tagen werden Richard Attwell, Paul Hodson; Peter Hollick und weitere Vertreter der Stadt Dunstable zum Gegenbesuch nach Köln-Porz reisen. Gemeinsam mit dem hiesigen Bürgerverein und Familienwelt e.V. soll die mittlerweile über sieben Jahrzehnte währende Städtepartnerschaft mit neuen Impulsen gefüllt werden.
Was einst kurz nach dem Krieg als Zeichen der Versöhnung begann, lebt auch acht Jahrzehnte später weiter. Gerade in einer Zeit, in der Europa oft als abstraktes politisches Projekt wahrgenommen wird, zeigen Begegnungen wie diese, dass Verständigung, Freundschaft und gegenseitiger Respekt keine Selbstverständlichkeit sind – sondern immer wieder neu mit Leben gefüllt werden müssen.
Und manchmal beginnt Europa eben ganz einfach mit einer Einladung, einer Tasse Tee, ein paar echten englischen Biscuits, einem herzlichen Händedruck – und einem Eintrag in ein Goldenes Buch.
Gesund durch Bewegung und Ernährung

Kurzbeschreibung des Projektes
Das Projekt „Gesund durch Bewegung und Ernährung: Unser Weg zu mehr Teilhabe durch gestärkte Widerstandsfähigkeit“ ist ein einjähriges Vorhaben für Migranten- und einheimische Familien im Stadtbezirk Porz.
Ziel ist die Förderung von Gesundheit, Wohlbefinden und gesellschaftlicher Teilhabe durch gesunde Ernährung und mehr Bewegung. Besonders angesprochen werden Familien mit internationaler Geschichte sowie Menschen aus der Nachbarschaft.
Das Projekt umfasst Workshops, Sportangebote, Kochkurse und Informationsveranstaltungen. Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren sollen vorhandene Ressourcen genutzt und langfristige gesundheitliche Veränderungen gefördert werden. Die Bedeutung solcher Angebote in der Post-Corona-Zeit ist besonders hoch.

Lernort für Teilhabe, Mitgestaltung und Begegnung
Familienwelt e.V. in Porz-Eil ist in den letzten dreiundzwanzig Jahren zur festen Anlaufstelle für nach Köln- Porz zugewanderte Menschen geworden und aus deren Alltagsleben nicht mehr wegzudenken. Der Verein ist 2002 als Migrantenselbstorganisation mit Sitz in Köln gegründet worden und seit Juni 2008 als Interkulturelles Zentrum von Stadt Köln anerkannt. Seit 2012 ist der Verein gem. § 75 SGB VIII „Träger der freien Jugendhilfe“. Das Hauptziel der Vereinsarbeit ist es stets, Personen mit internationalen Familiengeschichte unter Wahrung ihrer kulturellen Identität zu unterstützen und ihnen bei ihrer sozialen, beruflichen und gesellschaftlichen Integration zu helfen. Familienwelt e.V. ist in Köln mit Räumlichkeiten für Begegnungszwecke in den unterschiedlichen Handlungsfeldern engagiert, insbesondere wie in diesem Projekt mit „Lernort“, „Partizipation und Teilhabe“. Kurzbeschreibung des Projektes „Lernort für Begegnung, Mitgestaltung und Teilhabe“ ist ein zwölfmonatiges Projekt (01.12.2025–30.11.2026), das Familien mit und ohne internationale Familiengeschichte, Menschen mit unterschiedlichen Erstsprachen, mit und ohne Behinderung sowie alle Generationen zusammenbringt. Es schafft einen offenen, barrierearmen Raum für Teilhabe, Austausch, kulturelle Vielfalt und demokratische Mitgestaltung – außerhalb von Schule, Beruf und Institution. Projektbausteine: • Monatliche Begegnungs- und Thementage (z. B. „Familiengeschichten erzählen“, „Kochen verbindet“, „Spielend Sprachen kennenlernen“, „Demokratie im Alltag“) • Sprachencafé & Mehrsprachige Vorlesestunden, Fachimpulse & Elternforen • Förderung von Erst- und Familiensprachen in einem interkulturellen Kontext • Erzählwerkstatt „Unsere Geschichte(n)“, Biografisches Arbeiten, Erzählcafés mit älteren Familienmitgliedern • Werkstätten & Beteiligungsformate, Bildungsevents zu Themen wie Demokratiebildung, Inklusion, Elternschaft in Migrationsgesellschaften • Partizipative Kunst- und Medienangebote (z. B. gemeinsames Gestalten eines Familienwandbilds oder Podcasts) Im Zentrum stehen niedrigschwellige Angebote wie Erzählcafés, mehrsprachige Vorlesestunden, kreative Werkstätten und Beteiligungsformate. Dabei wird Mehrsprachigkeit nicht als Hürde, sondern als verbindende Ressource betrachtet. Familien sollen sich aktiv einbringen, voneinander lernen und ihre Ideen zur Gestaltung des Miteinanders verwirklichen können. In einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen und Ausgrenzung setzt das Projekt bewusst auf das Verbindende. Es stärkt Teilhabe, fördert generationsübergreifenden Dialog und gibt Impulse für ein respektvolles, solidarisches Zusammenleben. Die nachhaltige Wirkung wird durch begleitende Evaluation, die Einbindung lokaler Netzwerke und die Stärkung der Selbstorganisation der Teilnehmenden gesichert. Voraussichtliche Projektlaufzeit: 12 Monate, 01.12.2025 – 30.11.2026 Durch die Vernetzung mit lokalen Akteuren soll die Nutzung vorhandener Ressourcen und Potenziale gestärkt und langfristige Veränderungen in der Gemeinschaft gefördert werden. Zielgruppe: • Familien mit und ohne internationale Familiengeschichte • Menschen mit unterschiedlichen Erstsprachen, mit und ohne Behinderung • Mehrgenerationen-Haushalte (Großeltern, Eltern, Kinder) Die Zielgruppe ist vielfältig und umfasst Menschen unterschiedlichen Alters, Hintergrunds und Lebenssituationen im definierten Sozialraum. Durch gezielte Aktivitäten und Maßnahmen sollen die Teilnahme und der Nutzen für alle Gruppen gewährleistet werden, um die Teilhabe in der Gemeinschaft zu stärken. Notwendigkeit des Projektes in heutigen Tagen ist unbestritten. Wir brauchen mehr Angebote, die unsere Bürger zusammenbringen und keine davon, die die Menschen auseinandertreibt. In Zeiten wachsender gesellschaftlicher Spaltung und Unsicherheit ist es wichtiger denn je, Räume zu schaffen, die Menschen verbinden – nicht trennen. Die Stadtgesellschaft Kölns ist vielfältig, mehrsprachig und geprägt von unterschiedlichsten Familienformen. Doch viele Familien – besonders mit internationaler Familiengeschichte – erleben Hürden in der Teilhabe am öffentlichen Leben. Das Projekt „Lernort für Begegnung, Mitgestaltung und Teilhabe“ setzt genau hier an: Es schafft einen sicheren Raum, in dem Familien sich willkommen fühlen, aktiv einbringen und voneinander lernen können – mit Sprache, Kultur und Alltag als verbindenden Elementen. In einer Zeit, in der Trennendes viel Aufmerksamkeit bekommt, setzt dieses Projekt ein praktisches Zeichen für das Verbindende. Ziele des Projekts: • Soziale Teilhabe ermöglichen durch Förderung aktiver Mitgestaltungsmöglichkeiten für Familien in gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Prozessen – unabhängig von Herkunft, Sprache oder Behinderung. • Partizipation stärken durch Aufbau von Beteiligungsstrukturen und Förderung von Selbstorganisation innerhalb der Zielgruppen. • Barrierearme Bildung und Begegnung ermöglichen durch Zugang zu einem Lernort – offen, niedrigschwellig, inklusiv, nicht kommerziell. • Generationen verbinden durch Stärkung von Dialog und Zusammenhalt zwischen Kindern, Eltern und Großeltern durch gemeinsame Aktivitäten und Erzählräume. • Mehrsprachigkeit & kulturelle Vielfalt sichtbar machen durch Entdeckung von Gemeinsamkeiten und Ausdrucksformen in europäischen, slawischen und asiatischen Sprachen ohne Leistungsdruck. Projektphasen, Monate & Aktivitäten 1. Vorbereitungs- & Aktivierungsphase Dezember 2025 – Projektstart und Auftaktveranstaltung – Raumgestaltung & Öffentlichkeitsarbeit – Netzwerktreffen mit lokalen Partnern Januar 2026 – Beteiligungsaufruf an Familien – Bedarfsanalyse & Gespräche mit Familien – Kick-Off-Werkstatt „Was wünscht ihr euch?“ – Aufbau des Sprachencafés 2. Programmaufbau & erste Umsetzungsphase Februar 2026 – Start Begegnungscafé – Mehrsprachige Vorlesestunden für Kinder – Workshop „Sprachen verbinden – Gemeinsamkeiten entdecken“ März 2026 – Erzählcafé „Früher & Heute“ – Kreative Wandgestaltung durch Kinder & Eltern April 2026 – Elternforum „Familien in Vielfalt“ – Mehrsprachige Spielwerkstatt 3. Stabilisierungsphase & Ausbau Mai 2026 – Interkultureller Filmabend mit Picknick – Dialogrunde „Mein Name – meine Geschichte“ Juni 2026 – Workshop „Meine Stimme zählt“ – Podcast mit Jugendlichen Juli 2026 – Sommerfest: Sprachen, Spiele, Lieder & Rezepte aus aller Welt August 2026 – Kunstprojekt „Die Welt in meiner Familie“ – Beteiligungsrunde zur Projektverstetigung 4. Verstetigung & Perspektivarbeit September 2026 – Themenmonat „Bildung & Teilhabe“ – Ausstellung „Familienporträts“ – Fachvortrag zur sozialen Teilhabe Oktober 2026 – Feedbackrunde mit Familien – Vorbereitung der Abschlussveranstaltung – Zukunftswerkstatt: Familien planen weiter November 2026 – Abschlussfest mit Präsentationen – Dokumentation & Ergebnissicherung – Entwicklung einer Verstetigungsstrategie Wirkung Die langfristige Wirkung ergibt sich durch die regelmäßige Teilnahme, die Integration gemeinsamer Erfahrungen in den Alltag sowie die Unterstützung durch das entstehende soziale Netzwerk. Familien erfahren Selbstwirksamkeit, entwickeln Vertrauen in ihre Gestaltungskraft und nehmen aktiver am gesellschaftlichen Leben teil. So trägt das Projekt nachhaltig zu einem inklusiven, demokratischen und gesunden Miteinander bei. Das Projekt „Lernort für Begegnung, Mitgestaltung und Teilhabe“ stärkt das Wohlbefinden der Teilnehmenden auf sozialer, emotionaler und kultureller Ebene. Durch gemeinsames Lernen, kreativen Austausch und gelebte Mitgestaltung entsteht ein positives Gemeinschaftsgefühl, das Isolation abbaut und Zugehörigkeit fördert – besonders für Menschen mit internationaler Familiengeschichte oder wenig Zugang zu bestehenden Angeboten. Die intergenerationale und interkulturelle Ausrichtung fördert Verständnis, Solidarität und gegenseitige Wertschätzung zwischen Jung und Alt sowie zwischen Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten. Die Teilnehmenden erleben, dass ihre Sprache, Herkunft und Perspektiven willkommen sind – das stärkt Selbstbewusstsein und soziale Teilhabe. Die Nachhaltigkeit des Projekts wird durch die langfristige Einbindung der Teilnehmenden sowie die kontinuierliche Förderung von Selbstorganisation und Alltagskompetenz gesichert. Ziel ist es, dass Familien auch über die Projektlaufzeit hinaus aktiv bleiben, Beziehungen fortführen und sich weiterhin in ihrem Lebensumfeld engagieren. Der interkulturelle und mehrgenerationale Ansatz fördert dauerhafte soziale Bindungen, eine stärkere Teilhabe am Gemeinwesen und ein gestärktes Selbstbewusstsein – insbesondere bei Menschen mit internationaler Familiengeschichte. Die Evaluation erfolgt durch regelmäßige qualitative Feedbackgespräche mit Teilnehmenden, strukturierte Beobachtungen durch das Fachteam, Dkumentation von Teilnahmezahlen und Mitwirkungsgraden, kurze Umfragen zur Wahrnehmung von Teilhabe, Gemeinschaft und Zugehörigkeit. Die Ergebnisse fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung des Projekts ein. Die Qualitätssicherung wird durch ein multiprofessionelles Team aus Pädagoginnen, Sozialarbeiterinnen, Erzieherinnen, Beraterinnen und Sprachmittler*innen gewährleistet. Regelmäßige Teambesprechungen sichern die Reflexion des Projektverlaufs und ermöglichen flexible Anpassungen. Inhalte und Ergebnisse werden fortlaufend dokumentiert (Text, Bild, ggf. Video) und für die interne Auswertung sowie die Öffentlichkeitsarbeit..




























